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Freitag, 30. Juli 2010

Das Weibliche in der Sommerakademie 2008

 

Barbara Schmid

Nach einer buchstäblich heißen Autofahrt am 17. August von Oberbayern nach Wiesbaden mit vielen Autobahnbaustellen kamen wir in dem kleinen Ort Hausen bei Wiesbaden im Seminarhauses von Theo und Elisabeth Kaiser an. Das Seminarhaus ist von einem liebevoll gestalteten Garten mit blühenden Rosen und segnenden Buddhas umgeben.
Der Platz, das Essen und die Atmosphäre waren eine schöne Grundlage, mit den Menschen in der Gruppe das Abenteuer integraler Bewusstheit zu erfahren.

Der Anspruch war hoch. Den sehr vielen („10 000“) entwickelten Methoden der Menschheit für eine Lebenspraxis im Relativen und Absoluten wurde die Landkarte Ken Wilbers als eine Ordnungsmöglichkeit gegenübergestellt. Das Wechselspiel von theoretischen Überblick (Quadranten, Entwicklungslinien, Memen, Strukturen, Stufen, Typen, Schatten und Zuständen ...)  und intensiver Praxis war der durchgehende rote Faden unseres Zusammenseins.  

Wir waren insgesamt vierzehn TeilnehmerInnen, 8 Frauen und 6 Männer. Unter ihnen waren vier Paare.

In der Vorstellungsrunde habe ich das Frauenfeld erwähnt, eine Gemeinschaft von Frauen mit integraler Ausrichtung, die von einem ernsthaften Bemühen um eine neues Verständnis der Geschlechter bemüht ist. Das Interesse für Gender Themen und Weiblichkeit wurde dann auch als ein Wunsch auf einem Themenblatt im Seminars formuliert.

Darauf eingehend hielt Hilde Weckmann einen Vortrag über die Entwicklung des Feminismus, und die unterschiedlichen Perspektiven, die Frauen zu diesem Thema im Laufe der Zeit entwickelt haben. Dieser Vortrag inspirierte nicht nur die Frauen sondern auch die Männer der Runde, es entstand eine lebhafte Diskussion und ein reger Erfahrungsaustausch.

Besonders beeindruckend waren die Beiträge einer 83 jährigen Teilnehmerin, als eine verkörperte weibliche Lebensweisheit und Spiritualität im Alter.

Als Fortführung dieser Thematik erläuterte Michael das Buch Eine Verteidigung der Rechte der Frauen von 1792 von Mary Wollstonecraft, eines der ersten Bücher über das Thema Frauenbefreiung. 

Nach einer mehrtägigen intensiven Beschäftigung mit dem integralen Bewusstsein in der die Speisekarten und Landkarten nicht nur studiert, sondern das Essen auch gegessen und das Terrain befahren wurde, wurde am letzten gemeinsamen Abend der Sommerakademie in einem spontan organisierten Event noch kräftig musiziert, rezitiert, gesungen, getanzt, gefeiert und gelacht.


Zum Abschluss noch ein Zitat von Mary Wollstonecraft aus ihrem erwähnten Buch, das unser Zusammensein zusammenfasst:

Man kann die Welt nicht als unbeteiligter Zuschauer betrachten, man muß sich unter die Menge mischen und ebenso wie andere Menschen fühlen, um ihre Gefühle beurteilen zu können. Kurz gesagt, wenn wir beabsichtigen, auf der Welt zu leben, um besser und weiser zu werden und nicht nur die guten Seiten des Lebens genießen zu wollen, dann müssen wir im selben Maße wie wir uns erkennen, auch ein Wissen um andere erwerben. Das Wissen, das anders erworben wird, verhärtet das Herz.